Stadttheater Giessen
    Charmante Begegnung mit den Waldtieren

    Charmante Begegnung mit den Waldtieren

    »Alice im Wunderland«: Siebtes Tanzstück des Jugendclub-Tanz feiert Premiere im ausverkauften TiL


    Es ist bereits das siebte Stück, das der Jugendclub-Tanz am Freitagabend auf die kleine Bühne des Stadttheaters brachte. Das Theater im Löbershof (TiL) war bis auf den letzten Platz besetzt, schließlich wollten
    Freunde und Familie der 23 Beteiligten dabei sein. Allein schon diese Kontinuität verdient Respekt und Anerkennung, erarbeiten sich doch die tanzbegeisterten Jugendlichen ihre Stücke weitgehend selbst. Dazu gehören auch das Kostümanfertigen und die abwechslungsreiche Musikauswahl, die von Klassik über Popsongs bis zu Jimi Hendrix reicht. Betreut wird die Gruppe von der Tänzerin und Tanzpädagogin Terry Pfeiffer, Unterstützung finden sie innerhalb des Theaters, aber auch beim Tanzstudio A. In diesem Jahr haben sie sich »Alice im Wunderland« vorgenommen, inspiriert von den beiden bekannten »Alice«-Büchern von Lewis Caroll. Alice taucht ab in ihre Fantasiewelt, wo sie verschiedenen Wesen begegnet, die sie mal ängstigen, mal amüsieren, von denen sie aber immer bemüht ist, etwas zu lernen. Die Begegnungen mit den Tieren und Blumen des Waldes sind Anlass zu fröhlich-bunten Gruppenchoreografien, die professionellem Anspruch gerecht werden. Staunenswert sind bei allen Beteiligten das körperliche Durchhaltevermögen und die mimische Ausdruckskraft. Als Hauptfiguren haben Alice (Katharina Huber) und der weiße Hase (Glenn Buchholtz) den größten Anteil an Soli zu bewältigen, sie tun dies mit großem Charme und tänzerisch überzeugend. Der Humor kommt nicht zu kurz in den kurzweiligen 75 Minuten, vor allem die vielbeinige Raupe ruft Lachen hervor, wenn sie ihre eigenes Hinterteil nicht erkennt, verschiedene Gangarten erprobt oder sich einige ihrer Beine ineinander verheddern. Die Blumen sind besonders hübsch und bunt, überwinden ihr Angewachsensein am Boden erst nach heftigem Bemühen. Die Spielkartenszene trumpft mit einem Königspaar auf, das durch sein unbeholfen-tapsiges Auftreten
    und seine cholerischen Wutausbrüche die Lacher produziert. Und die Grinskatze kommt ganz verschmust und zauberhaft rüber.
    Dagmar Klein, Gießener Allgemeine Zeitung